Vom Hören und Verstehen

von Dominic Waldecker

Die Geschichte der Hörgeräte

Der Wunsch nach besserem Hören ist nicht neu. Schon früh versuchten die Menschen das Hören für sich zu optimieren. Der wohl älteste Hörverstärker der Welt ist wahrscheinlich „die Hand am Ohr“. Tatsächlich kann man mithilfe der gekrümmten Handfläche die Trichterwirkung der Ohrmuschel erhöhen, sodass Unterhaltungen leichter fallen können. Gerade in geräuschvollen Umgebungen ist der zusätzliche Abschattungseffekt nach hinten merklich hörbar.

Fakt ist: damals wie heute ist die positive Wirkung allenfalls auf leichte Hörverluste begrenzt, wodurch viele Schwerhörigkeiten unbehandelbar blieben. Doch da „die Hand am Ohr“, Hörrohre und Hörpfannen zunehmend nur noch die zweite Wahl waren, musste wohl etwas Revolutionäres erfunden worden sein – Das Hörgerät.

 

Wie funktionieren Hörgeräte?

Audibel Via AI Starkey high end hörgerätDas Prinzip war denkbar einfach: Schallwellen aufnehmen, elektrisch verstärken und hörbar machen.

An diesem Prinzip hat sich bis heute fast nichts geändert. Aber es lohnt sich ein tieferer Blick in die Details. Hatten Hörgeräte früher im besten Fall schon Taschenformat, passen sie heute in kleinste Gehörgänge. Platzsparend. Präzise. Verstehen.

Der Klang moderner Hörsysteme ist natürlicher als je zuvor. Hörgeräte haben zwar theoretisch eine berechenbare Verstärkung, doch eigentlich passiert zwischen Mikrofon und Hörer etwas viel Spannenderes. Der Schall wird nicht mehr elektrisch verstärkt, sondern erhält ein völlig neues digitales SoundDesign, welches über den Hörer, oft Lautsprecher genannt, hörbar gemacht wird.

Dank kleiner hochleistungsfähiger Computerchips kann der Hörakustiker somit eine präzise Anpassung an nahezu jeden Hörverlust programmieren und diese mit hochsensiblen Messgeräten überprüfen. Beispielsweise können bei starken Hochtonhörverlusten spezielle Verarbeitungsstrategien im Hörgerät helfen, verloren gegangene Sprachlaute wie „s“, „sch“ oder „t“ wieder wahrzunehmen, wodurch die Sprachverständlichkeit signifikant verbessert werden kann. Auch Funktionen wie die automatische Spracherkennung, Reduzierung von Nebengeräuschen oder die Verbindung zum geliebten Smartphone sind heißbegehrt.

 

Warum ist ein regelmäßiger Hörtest wichtig?

Hören und Verstehen findet im Gehirn statt. Und unser Gehirn ist intelligent. Tatsächlich versucht es immer das beste aus dem Angebot der Ohren zu machen und entwickelt Strategien, kleine Defizite des Hörorgans auszugleichen. Gerade leichte Hörverluste bringen, von Betroffenen meist unbemerkt, viele Nebenwirkungen mit sich – Worte werden verwechselt, das Hören strengt immer mehr an, es kommt zu Missverständnissen. Und da man sonst „alles“ hört, vermuten viele Menschen die Ursache des schlechten Sprachverstehens ausschließlich beim Gesprächspartner, statt möglicherweise bei sich selbst. Dazu kommt – ein Hörverlust ist unsichtbar.

Dabei gibt es im Alltag vieles, auf das man bei sich selbst achten kann:

  • Machen Sie den Fernsehton lauter als andere?
  • Ist das Telefon immer auf lauteste Stufe gestellt?
  • Ermüden Sie schnell bei längeren Unterhaltungen?
  • Hören Sie die Türklingel häufig nicht?
  • Erschrecken Sie oft, weil Sie jemanden zu spät bemerkt haben?

All dies können Anzeichen einer Hörschwäche sein.

Regelmäßige Hörtests helfen zuverlässig und frühzeitig eine beginnende Schwerhörigkeit zu erkennen. Schwerhörigkeit? Wenn Sie jetzt denken: „Ich höre ja noch, ich verstehe nur schlecht“, dann geht es Ihnen wie den meisten Menschen, die mit diesem Begriff konfrontiert werden.

Vielleicht ist er auch nicht mehr sehr zeitgemäß. Ich gehe ein paar Jahre zurück.

 

Hören früher und Heute

Noch vor 100 Jahren war das Leben langsamer, meist leiser und es gab noch keine Computertechnik. Leichte Hörverluste haben dabei die Lebensqualität kaum gemindert. Man hat eben einfach lauter gesprochen, wenn es mit der Kommunikation etwas gehapert hat. Oft wurde erst versucht zu handeln, wenn die Hörminderung deutlich fortgeschritten war. Hörgeräte seien zu groß und im Alltag nicht brauchbar, so die gängige Meinung. Dieses Bild hat sich lange gehalten. Das ist heute dank digitaler Miniaturtechnik anders.

hören heute mit smartphone app geistige fitness tracker sprachsteuerung telefonieren bluetooth

Die Menschen leben aktiver, Smartphones, Tablets und Computer gehören fest zum Alltag. Man trifft sich mit Freunden in Kinos, Restaurants und Cafés. Und auch beruflich sind wir Menschen ständig in Meetings und Videokonferenzen. Das ist das moderne Leben und es ist anstrengender und fordert unsere geistige Fitness mehr als je zuvor. Selbst ein leichter Hörverlust kann da zu einer erheblichen Reduzierung der Lebensqualität führen. Moderne Hörsysteme können da endlich mithalten.

 

Die persönliche Wahrnehmung des Hörverlustes

Zurück zum Begriff der Schwerhörigkeit. Sind wir schwerhörig, nur weil wir häufig beim Fernsehen dem Krimi nicht richtig folgen können oder uns das Verstehen auf Familienfeiern anstrengt, obwohl uns aber der Straßenlärm oft sogar zu laut ist. Heißt schwerhörig sein auch gleichzeitig, dass Lärm unseren Ohren nichts mehr ausmacht?

Tatsächlich wirkt sich eine Hörminderung bei jedem Menschen anders aus. Denn die Wahrnehmung wird von vielen Faktoren beeinflusst:

  • Sind beide Ohren betroffen?
  • Welche Ursache hat der Hörverlust?
  • Wie lange entwickelt sich die Schwerhörigkeit bereits?
  • Welche Töne werden schwächer wahrgenommen?
  • Wie stark ist der Hörverlust vorhanden?
  • Besteht die Schwerhörigkeit seit der Geburt?
  • Wie abwechslungsreich ist der Alltag?

und noch vielen persönlichen Faktoren mehr.

So könnte subjektiv ein leichter Hörverlust für Manchen eine stärkere Beeinträchtigung haben, als für Andere eine sehr fortgeschrittene Hörminderung. Es kommt eben auf die persönlichen Lebensumstände an. Einige Menschen sind überrascht, wenn sie nach einem objektivem Hörtest, das Ergebnis sehen. Denn wie eingangs erwähnt: Unser Gehirn ist intelligent, es hat erfolgreich geschafft, den Hörverlust zu verschleiern, bis es nicht mehr ging. Doch nun war alles anders: es gab keine Möglichkeit den Fernseher lauter zu stellen oder den Gesprächspartner zu bitten deutlicher zu sprechen. Der freundliche Hörakustiker bat höflich ein Zeichen zu geben, sobald ein Ton wahrgenommen wurde und spielte Wörter vor, die wie verstanden wiederholt werden sollten. Und dann möglicherweise das: 30 dB Hörverlust und nur 75 % Sprachverstehen auf beiden Ohren.  Der Hörverlust wird plötzlich sichtbar.

Und wenn Sie jetzt Glück haben, sitzen Sie bequem bei Steiner Hörgeräte und werden neutral, fair und unter Berücksichtigung Ihrer persönlichen Wünsche beraten.

 

Folgen eines unbehandelten Hörverlustes

Wenn ein Hörverlust unbehandelt bleibt, kann die geistige Fitness und auch die Hörleistung zunehmend nachlassen. Unser Ohr ist wie ein Muskel, wird es nicht mehr gefordert, wird es schwächer. Man verlernt im wahrsten Sinne des Wortes das gute Hören. Die Veränderung geschieht häufig so langsam, dass man sich einfach daran gewöhnt. Das Hören, wie es mal war wird vergessen und die neuen leiseren Eindrücke werden als normal abgespeichert oder sie verschwinden ganz.

Die Folgen sind dann häufig ein schlechteres Sprachverstehen, vor allem bei gleichzeitig lauteren Nebengeräuschen und eine deutlich schlechtere Wahrnehmbarkeit von Alltagsgeräuschen. Je früher ein Hörverlust erkannt und behandelt wird, um so größer ist die Chance geistig fit und aktiv zu bleiben – von klein auf bis ins hohe Alter.

Wir unterstützen und begleiten Sie sehr gerne dabei!